Jahr der Pflegenden und Hebammen – Lassen wir es kämpferisch sein!

Bild-Dank an T. Lentsch

Während symbolisch 2020 das Jahr von 2 relevanten Gesundheitsberufen sein soll stehen wir im Gesundheitswesen neuen und alten Herausforderungen gegenüber. Diese werden jedoch nicht durch symbolische Akte gelöst. Eine Jahresvorschau von Martin Gutlederer.

Während die UNO das Jahr 2020 den Pflegenden und Hebammen widmet tobt in ein Nordirland ein scharf geführter Arbeitskampf inklusive Streiks durch alle Berufsgruppen des Gesundheits- und Sozialwesens um gute Bedingungen zum Wohle der PatientInnen. Dieser Widerspruch begegnet uns tagtäglich: In Worten wird unsere Arbeit wertgeschätzt, immer wieder wird davon gesprochen wie wichtig unser Beruf und unsere Verantwortung ist. Das sehen wir weder am Personalschlüssel noch auf unserem Gehaltszettel, geschweige denn in den Taten der Regierenden. Besonders bezeichnend dabei das neue Regierungsprogramm: Während es in Worten so tut als würde es unsere Arbeit wertschätzen und sich für pflegende Frauen – egal ob Angehörige oder Pflegepersonen – einzusetzen drängt es unsere wichtige Arbeit weiter in die private Sphäre.

Das besondere Schmankerl: Anstatt Betreuungsangebote zu erweitern und unseren Beruf zu stärken sollen Jugendliche eine Pflegelehre machen oder gar als Angehörige privat pflegen. Kurz: Von dieser Regierung ist absolut keine Besserung zu erwarten. Das Geld, dass man Konzernen mit einer Körperschaftssteuer hinterherwirft wäre definitiv besser in Krankenhäusern und Pflegeheimen investiert.

Nur wir selbst können Verbesserungen erkämpfen. Einen Ansatzpunkte dazu gibt die Kampagne der Gewerkschaft Vida als eine von 4 Gesundheitsgewerkschaften. Sie mobilisiert für 20% Mehr Personal und in Oberösterreich ist es auch gelungen alle betroffenen Teilgewerkschaften (vida, Younion, GÖD, GPA) zusammen zu bringen. Diesen Schulterschluss brauchen wir in ganz Österreich. Keine identitätspolitische Symbolpolitik und Image-Kampagnen werden den Personalmangel oder unsere Arbeitsbedingungen verbessern, sondern nur wenn wir gemeinsam aufstehen und kämpfen wie die Gesundheits- und Sozialberufe in Nordirland. Sie haben auch gezeigt, dass es durchaus möglich ist zu streiken.

Unsere Aufgabe als Solidarität ist es aus dem Teufelskreislauf der leeren Worte auszubrechen und uns mit euch – unseren KollegInnen – zu organisieren. Deshalb geben wir auch diese Zeitung heraus um euch zu informieren und zu organisieren und planen zum 8. März. dazu aufzurufen tatsächlich in Wien einen kämpferischen Tag der ARBEITENDEN Frauen sprich der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen zu begehen. Gemeinsam über alle Sparten und Bereiche hinweg.

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